Klang
Die Glockenvon St. Severus
In den beiden Westtürmen der Basilika hängt eines der klanglich bedeutendsten Geläute am Mittelrhein. Es vereint historische Glocken aus dem späten Mittelalter mit jüngeren Gussstücken zu einem ausgewogenen, weit über die Stadt hinaus hörbaren Gesamtklang.
Historische Wurzeln
Bereits im Mittelalter besaß St. Severus ein mehrstimmiges Geläut. Die älteste heute noch erhaltene Glocke stammt aus dem 14. Jahrhundert und gehört damit zu den ältesten klingenden Glocken des Erzbistums Trier. Sie überdauerte Brände, Stürme und nicht zuletzt die Glockenrequirierungen beider Weltkriege – in denen viele Bronzeglocken zu Rüstungszwecken eingeschmolzen wurden.
Das heutige Geläut
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Geläut neu zusammengestellt und durch mehrere Gussstücke namhafter Glockengießereien ergänzt. Heute umfasst das Ensemble sieben Glocken, deren Töne sich zu einem klanglich tragenden Akkord verbinden. Die größte Glocke ist der heiligen Maria geweiht, die zweitgrößte dem Patron der Kirche, dem heiligen Severus.
Hinweis: Die Tabelle gibt eine vereinfachte Übersicht. Genaue Gussdaten, Gewichte und Gießernamen werden ergänzt.
Wann läuten die Glocken?
Das große Festgeläut erklingt an Sonn- und Feiertagen sowie an hohen kirchlichen Festen wie Weihnachten, Ostern und am Patroziniumsfest des heiligen Severus. Werktags läuten kleinere Glocken zu Gottesdiensten, zum Angelus am Morgen, Mittag und Abend sowie zum Stundenschlag. Wer am Rheinufer von Boppard steht, kann das Geläut weit über den Strom hinweg hören – ein akustisches Wahrzeichen der Stadt.
